• German
  • English
  • Français
  • Spanish
Öffentlicher Bereich
Startseite
Unser Verband
Ansprechpartner
Aktuelles
Termine
Direktvermarktung
Vermarkterverzeichnis
Wildrezepte
Wildhaltung
Hirschbörse
Partnerfirmen
Fotogalerie
Mitglieder Login






Passwort vergessen?
Startseite arrow Aktuelles arrow Aktuelles Verband arrow Was ist Notzeit ? - Fütterung - Farmwild
Was ist Notzeit ? - Fütterung - Farmwild PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von < Redaktion OfraWild >   
Was ist Notzeit ? - Anerkennung unseres Gehegewildes als "ähnlich dem Freilebenden"

"Wenn zwischen dem aktuellen Nahrungsbedarf und dem natürlichen Angebot ein Defizit gegeben ist, ist es durch Zufüttern auszugleichen. "

Bericht steht auch im Jagdkurier des Landesjagdverbandes Bayern:
Rechtliche Aspekte zur Wildfütterung (in freier Wildbahn!!)
Was ist Notzeit?

Der Begriff Notzeit ist im Bundesjagdgesetz (BJG) nicht definiert. Verschiedene Bundesländer wie zum Beispiel Schleswig-Holstein und Thüringen haben den Begriff kalendermäßig festgelegt. So gilt zum Beispiel in Schleswig-Holstein nach § 19 Abs. 1 Nr. 10 SHLJagdG als Notzeit der Zeitraum vom 1. November bis 30. April sowie von der Jagdbehörde festgelegte Zeiträume außergewöhnlicher Notsituationen. Davon abgesehen wird im Allgemeinen angenommen, dass Lagen von bestimmten klimatischen Verhältnissen, wie hohe oder gefrorene Schneelage oder anhaltend starker Frost, eine Notzeit für das Wild begründen. Ebenso ist an besondere Notsituationen, wie Überschwemmungen, Waldbrände und Dürren zu denken. Das bedeutet, dass Wild gefüttert werden muss, falls dem Wild die natürliche Äsung nicht mehr zugänglich ist. Dies trifft nicht für große Waldreviere mit Krautflora, Beerkraut und Heidekraut, oder für Auwaldreviere mit üppigem Sträucherbestand zu. Dort finden die Wildtiere genügend Äsungsmöglichkeiten. Ähnlich verhält es sich in Gebieten mit Grünlandwirtschaft, wo der Waldanteil der Landschaft höher ist. Ein Beispiel dafür ist der Grünlandgürtel im bayerischen Alpenvorland. Anders dagegen gestaltet sich die Lage in Gebieten mit überwiegend ackerbaulicher Ausrichtung mit wenig Waldanteil. Falls kein Zwischenfruchtanbau oder keine Wintersaate rfolgt, beginnt hier die Notzeit praktisch mit dem Einbringen der Ernte und endet im Frühjahr. 
Als Notzeit (für Schalenwild) kann daher der Zeitraum bestimmt werden, in dem das Wild zu wenig von den Revierverhältnissen her gegebene Äsung findet, so dass die
im durchschnittlichen Gesundheitszustand befindlichen Tiere einer Population zum Überleben auf künstliche Futterquellen angewiesen sind.

In § 23 BJG ist der Schutz des Wildes vor Futternot als Aufgabe des Jagdschutzes definiert. Ein entsprechender Artikel befindet sich auch im Bayerischen Jagdgesetz, nämlich Art. 43 BayJG.
Demnach soll zum einen durch Maßnahmen der Reviergestaltung dafür gesorgt werden, dass das Wild in der vegetationslosen Zeit natürliche Äsung vorfindet, und zum anderen das Wild in der Notzeit angemessen gefüttert wird.

Fütterungspflicht beim Rotwild am deutlichsten

Im Gegensatz zu den Wildarten, die der menschlichen Hilfe in der Notzeit nicht bedürfen, kommt die Verpflichtung zur Fütterung am deutlichsten beim Rotwild im Hochgebirge, aber auch in den Mittelgebirgen zum Tragen. Dort sind nämlich die früher vorhandenen Wintereinstände wie die Tal-Lagen in Flussauen mit ihrem Angebot an Weichhölzern durch menschliche Besiedlung und Verkehrserschließung weggefallen. Für Rotwild in den Rotwildgebieten des Flachlandes und für die übrigen Schalenwildarten hängt die Notwendigkeit einer Fütterung von den standörtlichen Verhältnissen, den gegebenen land- und forstwirtschaftlichen Nutzungsarten und vom Witterungsverlauf in der vegetationsarmen Zeit ab.
 Die Fütterungsverpflichtung kann also nicht nur räumlich abgegrenzt werden, sondern kann auch jährlich wechseln. Notwendigkeit und Angemessenheit der Fütterung richten sich nach der einzelnen Wildart, die in der Notzeit einer Fütterung bedarf, und nach der Höhe des Wildbestandes. Angemessen bedeutet vor allem, dass die Fütterungen während der gesamten Notzeit gleichmäßig und ausreichend beschickt werden, weil im Fall von Unterbrechungen das Wild gezwungen wird, auf  Kulturpflanzen auszuweichen und dort übermäßig Wildschäden verursachen kann.

Dr. Paul Leonhardt,
Leitender Ministerialrat a. D.

Aus:  Leonhardt,  Jagdrechtskommentar, Loseblattsammlung, Carl-Link-Verlag 

 

 
< zurück   weiter >
 
© 2006, alle Rechte vorbehalten - Verband Oberfränkischer Wildhalter e.V.